Exact Match Domain (EMD)

Exact Match Domain (EMD)

Die „Exact Match Domain“ (EMD) ist eine URL, die innerhalb ihres Namens das Keyword oder sogar eine Kombination von Suchbegriffen enthält, also gleich jene Bezeichner, auf die die Seite optimiert wird. Daher lag es nahe, diesen Domaintyp als „Keyword-Domain“ zu bezeichnen. Warum die Keywords in den Domainnamen eingebaut wurden, liegt auf der Hand. Man wollte auf diese Weise schnellstmöglich ein hohes Ranking erreichen. Nun hat Google aber bewusst ein EMD-Update durchgeführt mit dem Ergebnis, dass das Keyword im Domainnamen das Ranking sogar verringert. War das nur ein schlechter Scherz von Google?

Der Hintergrund

Zunächst einmal ist nichts dagegen auszusetzen, wenn der Domainname sofort erklärt, worum es auf der Webseite inhaltlich geht. So ein Beispiel wäre: www.sportmedizin-koeln.com

Wir sehen schon an diesem Beispiel, dass eine EMD auch gleich mehrere Keywords enthalten kann. Aber ist dieser Domainname auch wirklich passgenau zu den häufigsten Suchanfragen zu diesem Thema?

Ein Keyword im Domainnamen war in der Tat lange Zeit eine Art Garantie für ein gutes Ranking. Das war natürlich der Grund dafür, dass mit gestochen scharf bezeichneten EMDs beim Verkauf erstaunlich hohe Preise erzielt werden konnten. Die Domain https://www.hanfblätter.de wurde 2013 zum Beispiel für 2.500 Euro verkauft und das war vergleichsweise nur ein „kleiner Fisch“. Domains mit besonders prominenten Keywords wie https://www.schuhe.de oder https://www.geld.de kommen auf Verkaufserlöse ganz anderer Dimension.

EMD Anwendungsbereiche

Im Bereich der Search Engine Optimization (SEO) wurden EMDs vornehmlich für den Aufbau von ganzen Linknetzwerken mit Satellitenseiten verwendet. Auf diese Weise konnte erreicht werden, dass die Domain sehr viele themenrelevante Backlinks enthielt. Bei den meisten Affiliate-Konzepten konnte durch die Anwendung der EMD-Technik ein deutlich vermehrter Traffic zu bestimmten Keywords erreicht werden. Die Besucher werden so auf den Seiten durch die Affiliate-Links direkt zu den Kaufangeboten hingeführt.

Eine weitere beliebte Methode beim Einsatz von EMD war und ist die Domain-Umleitung. Dazu beschafft sich der Webmaster mehrere (thematisch durchaus unterschiedliche) Domains, die ihm passende Suchbegriffe enthalten, und baut sich die entsprechenden Domainumleitungen auf seine (Haupt)Seite zusammen. Dieser Vorgehensweise haben sich auch die ganz großen Portale wie Amazon bedient: Mit einem 301-redirect wurden die vielen Keyword-Domains unmittelbar auf die Hauptseite umgeleitet. Inzwischen hat sich diesbezüglich einiges getan, denn das Umleiten von EMDs auf Hauptprojekte bringt nachweislich keine Vorteile mehr beim Ranking ein.

Werbekampagnen mit eingehenden Slogans eignen sich ebenfalls sehr gut für die Einbindung der EMDs. Nehmen wir hier als Beispiel:

https://www.justdoit.com

Wer diese Zeile in sein Browser-Adessfeld eintippt, wird direkt auf die Hauptseite von Nike https://www.nike.com umgeleitet.

Vorteile bei der Suchmaschinenoptimierung

EMD war in der Tat für die Suchmaschinenoptimierung von großem Nutzen, allerdings nur bis zum September des Jahres 2012. Zu diesem Zeitpunkt hat Google sein EMD-Update durchgeführt. Dieses Update bewirkt nun, dass Keyword-Domains mit (sogenanntem) „thin content“ im Ranking der „Search Engine Result Pages“ (SERP) zurückgesetzt werden. Im Ergebnis bedeutet das, dass Webseiten, die (fast) nur aus dem gewünschten Keyword bestehen, für SEO-Zwecke geradezu unbrauchbar geworden sind. Google achtet vielmehr darauf, dass vor allem die Textinhalte hochwertig und relevant sein müssen, was dem Content-Marketing sehr in die Hände gespielt hat.

WDF*IDF kurz erklärt
Es handelt sich dabei um ein bestimmtes Verfahren der Termgewichtungsanalyse. Dabei bedeuten die Abkürzungen:
WDF = Within Document Frequency
IDF = Inverse Document Frequency
Beide gemeinsam und richtig gewichtet bestimmen, welches die relevanten Begriffe, Schlagwörter oder Terme in einem Dokument sind. Im Rahmen der Suchmaschinenoptimierung nutzt man die WDF*IDF-Analyse zur Erstellung von Online-Texten, wodurch die Relevanz einer Webseite deutlich erhöht werden kann. Neben anderen Kriterien wie Ladezeit, Backlinks oder Meta-Angaben ist die Relevanz heute eine entscheidende Maßgabe für das Ranking.

Es kommt also beim SEO auf eine gelungene Kombination aus Keyword-Domain und WDF*IDF-Optimierung an, um dem EMD noch immer zu einer guten Wirksamkeit zu verhelfen. Passende Beispiele dafür sind:
https://www.risikolebensversicherungen.com
https://www.buchhaltungssoftware.com
Hierbei handelt es sich zweifelsohne um eindeutige, unverwechselbare Keydomain-Namen, die geradezu ein Alleinstellungsmerkmal darstellen, das heißt, es gibt eher wenig Konkurrenz zu diesen Suchbegriffen. Darüber hinaus enthalten diese Seiten „vernünftigen“ Content, das sagt zumindest die WDF*IDF-Analyse aus. Das Ergebnis beider Betrachtungen führt in diesen Fällen zu Top-Positionen in den SERP.

Leave a Reply

Your email address will not be published.